AM ANFANG WAR DAS HOLZ
Plastiken des Bildhauers Reinhold Petermann erstmals in Berlin

Unter dem Titel „PLASTIKEN von 1948 – 2015“ zeigt Fine Art Berlin erstmals in Berlin Plastiken des renommierten Bildhauers Reinhold Petermann.

Reinhold Petermann, der im Frühjahr 2016 mit 90 Jahren verstarb, konnte auf ein bewegtes Leben mit und für die Kunst zurückblicken. Anfänglich aus Holz geschnitzt entstanden die ersten Objekte in der Kriegsgefangenschaft in Schottland. Aus dem Kriege zurückgekehrt entschied er, Bildhauer zu werden. Als Meisterschüler von Emy Roeder – die insbesondere in den 1920er Jahren in Berlin erfolgreich war – kam Petermann an der Landeskunstschule Mainz in Berührung mit den Brücke-Künstlern.

Über 300 Werke, abstrakte Edelstahl- und Vierkantstrukturen und immer wieder Figürliches hat Reinhold Petermann im Laufe seines Lebens geschaffen. Eine besondere Inspiration war ihm der weibliche Körper. Zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen ergänzen das Oeuvre des vielseitigen Künstlers. Dazu sind zwei Gedichtbände aus seiner Feder entstanden.

Mit der Ausstellung in der Abguss-Sammlung wird das Werk des Künstlers erstmals einer breiten Öffentlichkeit in Berlin vorgestellt. Gezeigt werden über 100 ausgewählte figürlichen Skulpturen (weibliche und männliche Körper, Tierfiguren), die den Schwerpunkt von Reinhold Petermanns Schaffen bilden, wobei die gesamte Bandbreite der Skulpturen aus den Jahren 1948 bis 2015 gezeigt wird.

Die modernen Skulpturen von Reinhold Petermann werden in der Abguss-Sammlung den Abgüssen antiker griechischer und römischer Skulpturen gegenübergestellt. Während die in der Antike als Skulpturen und Statuen dargestellten Menschen sich stark an der Realität orientierten, aber stets idealisiert und perfektioniert – häufig als Athleten und Gottheiten – dargestellt wurden, werden die von Petermann dargestellten Menschen nicht idealisiert und perfektioniert, sondern ungeschönt, aber stets voller Lebensfreude, Energie und Dynamik – häufg in Alltagssituationen – dargestellt.

Durch diese Gegenüberstellung soll darüber hinaus der Blick auf die klassische Antike erweitert und der Einfluss der Antike auf den Künstler – der viele Jahre lang als Restaurator im Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz arbeitete – gezeigt werden.

Die Plastiken Petermanns sind auf 10 Exemplare limitiert und können in der Ausstellung gekauft oder bestellt werden.

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